Artifical Emotions - KI-Spot über die unbekannte Seite der Depression

Veröffentlicht am 4. August 2026 um 12:24

„Artificial Emotions“: Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Grabarz & Partner veröffentlichen einen KI-Spot über die unbekannte Seite der Depression. Das Thema Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Ein neuer Spot von Grabarz & Partner macht eine stille Parallele sichtbar: KI-generierte Menschen funktionieren - ohne dabei etwas zu fühlen. Vielen Menschen mit Depression geht es ähnlich: Sie funktionieren und erleben gleichzeitig krankheitsbedingt oft keine Gefühle mehr.

Hamburg/Leipzig, 27.07.2026. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention und die Hamburger Kreativagentur Grabarz & Partner veröffentlichen mit „Artificial Emotions“ einen Spot, der fast vollständig mit generativer KI produziert wurde - bis auf eine einzige, entscheidende Ausnahme. Der Film macht eine Facette der Depression sichtbar, die im öffentlichen Bild der Erkrankung fast völlig fehlt: nicht die Traurigkeit, sondern die Leere und das Gefühl, innerlich wie versteinert zu sein. Das Funktionieren, ohne noch etwas zu fühlen.

Der Film zeigt Menschen, die lachen, weinen, lieben und funktionieren - ohne dabei etwas zu empfinden. Erst spät wird klar: Drei dieser Menschen existieren nicht. Sie wurden von einer KI erschaffen. Einer aber ist echt - Enosch. Auch er funktioniert. Und fühlt dennoch nichts. Wie eine KI.
Enosch Wolf ist kein Schauspieler. Er war selbst von einer Depression betroffen und hat sich für den Film zur Verfügung gestellt - und weiß damit besser als jeder andere, wovon der Film erzählt:

„Der Weg zur Therapie war für mich einer der größten Schlüssel. Ich war überrascht, wie viele Menschen ähnliche Probleme haben - es ist überall, nur redet leider keiner darüber. Die Botschaft wirkt simpel und vielleicht abgedroschen, aber sie stimmt: Du bist nicht allein."
Depression bleibt oft unsichtbar. Wer trotz der Erkrankung weiter funktioniert, zur Arbeit geht, lächelt, wird nicht als krank erkannt - von anderen nicht, und manchmal nicht einmal von sich selbst.
„Depression wird oft unterschätzt, da sie von außen oft nicht sichtbar ist. Viele Betroffene funktionieren noch: sie lächeln, sie arbeiten, sie sind da. Viele verwechseln die Erkrankung mit Stimmungstiefs, wie wir sie alle kennen. Aber Depression ist mehr als Traurigkeit. In einer schweren Depression können Betroffene nicht mal Trauer empfinden. Die Menschen leiden unter einer inneren Leere und können nichts mehr fühlen. Der Fachausdruck dafür ist Gefühl der Gefühllosigkeit, ein für die Betroffenen sehr quälender Zustand.“ sagt Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.
„Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist bewusst gewählt. Der Film erscheint in der Woche, bevor am 2. August die wichtigen und richtigen Transparenzpflichten des EU AI Act greifen und KI-generierte Inhalte als solche gekennzeichnet werden müssen.
Denn dann wird sichtbar, wenn eine Maschine Gefühle zeigt, die sie nicht hat. Wenn ein Mensch keine mehr hat, bleibt es unsichtbar. Eine KI funktioniert, ohne zu fühlen. Das erleben viele Menschen mit Depression auch. Dass man beide im Film nicht
auseinanderhalten kann, ist das Stillste und Härteste, was wir zeigen konnten“, kommentiert Ralf Heuel, Chief Creative Officer und Partner, Grabarz & Partner. Für die Stiftung ist der Film die konsequente Fortführung einer preisgekrönten Partnerschaft. Bereits seit 2024 sorgten die Stiftung und Grabarz & Partner mit der Kampagne „Auf den zweiten Blick“ für Aufsehen: An über 800 digitalen und 5.000 analogen Standorten in deutschen Großstädten - unterstützt von Wall GmbH - enthüllten die Motive Vorurteile über Depression erst beim genaueren Hinsehen. Die Kampagne wurde mehrfach auf den wichtigsten nationalen und internationalen
Werbefestivals ausgezeichnet, erzielte im ersten Monat über 160 Millionen Online-Impressionen und vervielfachte die Beratungsanfragen bei der Stiftung – auch der Selbsttest Depression auf www.deutsche-depressionshilfe.de wurde 50% häufiger
durchgeführt. Mittlerweile wurde die Erfolgskampagne von der European Alliance Against Depression in 13 europäischen Ländern adaptiert.
Während „Auf den zweiten Blick“ dazu einlud, das Bild ein zweites Mal anzusehen, thematisiert „Artificial Emotions“ ein weiteres, für viele Menschen nicht bekanntes Symptom der depressiven Erkrankung: Nicht traurig zu sein, sondern buchstäblich nichts mehr fühlen zu können.
International fand der Film bereits Beachtung: Bei den New York Festivals LTX Awards, einem Wettbewerb für KI-Produktionen, zu dem Grabarz & Partner eingeladen war, wurde er als einziger Film mit Gold ausgezeichnet, damals noch unter dem Arbeitstitel “Almost human”.
„Artificial Emotions“ ist ab 27. Juli 2026 auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention zu sehen. Betroffene und Angehörige finden Informationen und Hilfe beim Info-Telefon Depression 0800 / 33 44 533 (Mo, Di, Do: 13:00 - 17:00 Uhr, Mi, Fr: 08:30 - 12:30 Uhr) sowie unter deutsche-depressionshilfe.de.

Diese Pressemitteilung wurde der Webseite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe entnommen. 

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